Mittwoch, 27. April 2016

9 Tipps gegen Petrus // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es um den neuen Frühling alias Winter und wie man damit klarkommen könnte




Man muss es ja nicht nochmal extra betonen, dieses ganze kollektive "huch, es hat geschneit und zwei Sekunden später schien die Sonne" - Geraunze badet längst schon in einem popeligen Smalltalk-Ambitionenbad, das Überdruss auslöst, aber in diesem Post soll es auch lediglich darum gehen, was man gegen den Frust unternehmen könnte, ausgelöst durch die Tatsache, dass man im Wintermantel einkaufen gehen muss und dennoch bereits nach MEHR lechzende Schmetterlingshormone im Bauch hat, entstanden in den paar 20-Grad-Tagen, die Petrus verheissungsvoll Anfang April auf die Erde gestreut hat.

Wenn das DRAUSSEN mal wieder richtig kacke zu versprechen scheint, hat sich bei mir folgendes bewährt:

WENN ES UNTER 10 GRAD IST

1) Dick einpacken, mit Mütze und Handschuhe und allem, dazu aber offene Schuhe tragen. Füsse frieren nicht, nie, auch wenn das manch landläufige Meinung sein mag. Der Effekt: man fühlt sich wie ein unverblümtes Blumenkind, das der Kälte trotzen kann.

2) Auch wenn es so tut, als würde es jetzt wirklich Frühling: bloss nicht reinlegen lassen. Das ist wieder nur eine Masche, auch wenn die Sonne durchs Wolkenbett blinzelt: nein, es ist noch nicht so weit! Jetzt nur nicht wieder falsche Hoffnungen machen lassen, sondern schnell zu ALDI, Fertig-Käsefondue kaufen, DJ Özi auflegen und mit Freunden auf ein Schaffell sitzen und den Winter zelebrieren!

3) Wenn man einen Balkon hat und es 10-15 Grad ist: Montcler-Jacke anziehen, Cateye-Sonnenbrille aufsetzen, Dom Pérignon in einen mit Eiswürfeln ausgestatteten Putzeimer stellen und dann auf dem Balkon Platz nehmen, idealerweise in einer Art Strohkorb mit Satinkissen. Abwarten, was passiert. Wenn gar nichts passiert: vorbeigehenden Menschen vage zuprosten und dazu weisses Konfetti, das Schneeflocken symbolisieren soll, runterwerfen.



WENN MAN NICHT WEISS, WAS ES IST, AUSSER EKLIG

4) Sich der Gruppe Naturbahnrodeln muss olympisch werden auf Facebook anschliessen und sich dort alle Videos, in denen Schnee vorkommt, reinziehen, und sich fragen, ob Rodeln nun eigentlich dasselbe sei wie Schlittenfahren.

5) Sich online in Kreise begeben, mit denen man sonst nie zu tun hatte, und dann soviel Zeit in denen verbringen, dass man vergisst, dass es so etwas wie Wetter überhaupt gibt. Die Identität des neuen Kreises ist zweitrangig, es sollte einfach möglichst absorbierend wirken.

6) Das Netflix-Konto des besten Freundes/ der besten Freundin hacken und sich ansehen, was jene Person sich so ansieht. Anschliessend ein kurzes Video mit dem eigenen Smartphone von sich selber drehen, das als Anekdote/Anspielung auf den analysierten Geschmacksquerschnitt des Freundes/der Freundin gemeint ist und schauen, ob er/sie den Wink versteht.

WENN ES ZWISCHEN 10 UND 15 GRAD IST

7) Okay, nun kann man sich auf die Strasse wagen, ohne Gefahr zu laufen, zu Eis zu erstarren (sorry, das war der langweiligste Spruch überhaupt, aber mir fiel gerade wirklich kein besserer ein). Jedenfalls: rausgehen also, sich das erste Eis der Saison kaufen und auf einem öffentlichen Platz essen und darüber freuen, dass man von den Menschen bewundernd angesehen wird.

8) Ein Basketballturnier im eigenen Quartier veranstalten und Nachbarn, die man nicht kennt,  selbstgeschriebene Einladungs-Flyer in die Briefkästen werfen. Fruchtschorle mit Wodka bereitstellen fürs Gewinnerteam. Überrascht sein, wer alles kommt. Wenn keiner kommt: Schorle allein trinken und statt Körbe werfen eine Prell-Performance einstudieren im West Side Story Stil.

9) Sich verlieben. Weil jetzt einfach der ideale Zeitpunkt dafür ist. In wen, spielt keine grosse Rolle, Hauptsache, man fühlt sich gut dabei. Jedem seiner Freunde und den Eltern davon erzählen, um das Gefühl zu stärken.

1 Kommentar:

  1. Da sind einige gute Tipps dabei. Vor allem der mit dem Eis gefällt mir sehr gut, kann ich eh ganzjährig essen. Was ich bei dem Wetter auch gerne mache, ich singe "Everywhere you go, always take the weather with you." Die bösen Blicke und giftigen Kommentare sind einem zwar garantiert, aber Spaß macht es trotzdem.

    Viele Grüße,
    Daniel

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Dies ist der Blog von Laura Wohnlich. Sie schreibt, macht aber auch andere Dinge. Auf diesem Blog geht es um Kunst, Literatur, Poesie, Politik und ganz gerne auch mal einfach nur darum, die Seele baumeln zu lassen. Auf diesem Blog geht es darum, "den Helden in sich zum Vorschein zu bringen". Man kann noch lange darauf warten, dass Hero auf irgendwas angeritten kommt und einem das Leben zurechtrückt. Sei dein eigener Held und reiss dem Deppen der glaubt, er wisse es besser als du, die Zügel aus der Hand!