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Sonntag, 31. Juli 2016

Smoking kills

In diesem Beitrag geht es ums Aufhören, um Unerklärlichkeiten und ein mögliches, besseres (?) Leben

Ich versuche seit ungefähr 2 Wochen aktiv mit dem Rauchen aufzuhören. Okay, genau genommen versuche ich damit aufzuhören, seit ich damit begonnen habe, aber irgendwie geht das ja allen Rauchern so. "Ich weiss, es ist scheisse - eines Tages hör ich damit auch gewiss wieder auf", solche oder ähnliche Sätze sagen oder zumindest denken die allermeisten, die sich dazu bekennen, rauchende Menschen zu sein.



Aber der Moment, in dem wirklich das berühmte KLICK im Kopf eines Rauchers erklingt und er beschliesst, wahrhaftig den Rauchstop anzutreten, tritt meist nicht einfach so aus heiterem Himmel ein. Der Moment, wo man nicht mehr nur weiss, dass man eigentlich aufhören sollen wollte, sondern wo man wirklich will, dass man aufhören will. Raucher müssen also sozusagen erst einmal das Wollen lernen. Meine persönliche gedankliche Ausrede an mein schlechtes Gewissen war immer: "Ach, ich liebe Rauchen einfach viel zu sehr, sollen andere Menschen alt werden, das Qualmen gibt mir einfach sooo viel, ich kann mir nicht vorstellen, dass es als gesunder Mensch im Altersheim unterhaltsamer ist, mit anderen alten Menschen Brettspiele zu spielen, als dann halt tot und vom Krebs zerfressen unter der Erde zu liegen." Oder so ähnlich.

Natürlich ist das Quatsch. Aber nicht, weil Rauchen Spass macht - sondern weil es eben wirklich einfach rein gar nichts Unterhaltsames an sich hat. Mag sein, dass es in Raucherrunden unterhaltsamere Unterhaltungen gibt als unter jenen, die nichtrauchend im Innern eines Gebäudes zurückbleiben, aber dabei geht es ja, wer hätte es gedacht, nicht um die Kippe, sondern um die Personen, die an ihren Glimmstängeln hängen. Ich hab jedenfalls noch nie erlebt, dass eine Zigarettenschachtel ein Gesprächsthema vorgeben würde. Man müsste sich also eher mal mit der ernsthaft verstörenden Frage auseinandersetzen, weshalb Menschen, die gemeinsam rauchen, es einfacher finden, miteinander ungezwungen zu kommunizieren, als solche, die in der 10-Uhr-Pause lieber in der Mensa Darvida knabbern.

Ist Rauchen heutzutage überhaupt noch cool?


Jedenfalls: es gibt ungefähr tausend gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, und eigentlich keinen einzigen, damit anzufangen. Wie gesagt: Spassfaktor geht gen null. Man gibt einen Haufen Geld aus, um für jeweils knapp dreieinhalb Minuten (zumindest in meinem Fall, ich hab auch schon Leute gesehen, die es schaffen, 7 Minuten an einer Zigi herumzunuckeln) einer Beschäftigung nachzugehen, die keinen andern Zweck erfüllt, als sich giftigen Dunst in die Mundhöhlen zu saugen und den von da aus schön in die Lungen zu ziehen. Und trotzdem ist Rauchen die weltweit verbreitetste Sucht überhaupt. Gut, sie ist auch legal. Aber alles andere macht wenigstens Spass. Vermutlich ist es genau deswegen nicht verboten. Okay, Alkohol gilt auch als legales Rauschmittel, doch wird man, wenn man sagt, man sei Alkoholiker, wesentlich abwertender angeschaut als wenn man zugibt, Raucher zu sein.

Alan Warren hatte recht: Rauchen ist wie Wandeln in einem bizarren Labyrinth, bei dem man die ganze Zeit den Ausweg sucht und sich fragt, wie man da eigentlich reingeraten ist und warum man schon so lange darin herumirrt.
Ich persönlich glaube ja, ein grosses Problem ist die Flexibilität des Rauchens. Als Raucher verbindet man nämlich plötzlich nahezu ALLES mit Zigaretten. Diese Tramhaltestelle - rauchend warten. Mein Balkon - rauchend lesen. Parkbänke - rauchen. Zug hat Verspätung - rauchen, rauchen, rauchen. Rauchen geht beinahe überall und somit hat es das Suchtgedächtnis natürlich besonders schwer, diese grundsätzlich hochgradig idiotische Tätigkeit von der Umwelt zu deassoziieren.

Man muss es irgendwie schaffen, den Blick auf die Dinge zu ändern, oder besser noch: die Wahrnehmung der Dinge, die der eigene Blick trifft. Aber wie ändert man die eigene Wahrnehmung? Wo sind Jung & Co., wenn man sie braucht? Haben die eigentlich geraucht? Ach, was soll's. Momentan weiss ich - wie vielleicht unschwer festzustellen war - gar nicht, ob ich für einen endgültigen Rauchstop wirklich bereit bin. Irgendein trotziger Teil in mir motzt nämlich immer noch: "Na und, was soll das Theater, dann bist du eben süchtig, scheissegal, acht Franken für ein Zigipäckchen gehen doch eh immer, Hauptsache, Hände und Mund können endlich wieder ihrer gewohnten Beschäftigung nachgehen."
Andererseits bin ich wirklich an dem Punkt, wo ich wollen will. Ich will nicht mehr rauchen wollen, und das ist doch immerhin schon mal etwas. Die Konsequenzen sind mir nicht egal, im Gegenteil, ich untersuche meine Mundhöhle redelässig auf erste Krebsanzeichen und wäre tödlich beunruhigt, wäre ich auf einmal konstant heiser. Ich hasse es, dass ich nebst all meinen ernsthaft coolen Süchten (Sport, Musik, Freiheit, ääähm) noch diese unspektakuläre, nervige Rauchersucht haben muss, die ich mit jedem Dorftrottel und Bahnhofsjunkie zu teilen habe und für die man sich trotz allem noch nicht einmal vor der Gesellschaft zu rechtfertigen braucht! Nein, man steht als Raucher komplett alleine da, gänzlich auf sich selber gestellt, niemand kommt vorbei und zwingt einen, eine Rehab zu machen, und man muss entscheiden, was man walten lassen will: Selbstdisziplin oder Selbstliebe, um aufzuhören mit dem Smoken, eigentlich wäre das zweite ja die schönere und auch richtigere Lösung, zu erkennen, zu fühlen, dass es einem eben wirklich nun einmal einfach nicht gut tut!

Hach. Ich mache nachher einen Spaziergang. Und zünde vielleicht etwas an. Keine Zigarette, aber eventuell einen Feuerwerkskörper, den ich einem übermotivierten Kind stehle. Aggressiv und rücksichtslos macht das Nicht-mehr-Rauchen nämlich auch. Aber wenn ich es tatsächlich schaffen sollte, aufzuhören, kann ich ja das ganze Geld, das in Zigaretten geflossen wäre, nächstes Jahr an diesem Tage in Raketen investieren und die aus Karmagründen einem Kind zurückgeben. Bis dahin sollte der Groll schliesslich überwunden sein. Und ausserdem: was hätte ich mir für einen besseren Tag aussuchen können als den Schweizer Nationalfeiertag, um meiner Leiden schaffenden Eigenschaft einen Schlusspunkt zu setzen? Jetzt, wo wir ne neue Hymne haben! Feuertrunken, das gibt's ab heute nicht mehr. Hurray.


Samstag, 4. Juni 2016

Bedingungslos existenzberechtigt

In diesem Beitrag geht es um die morgige Volksabstimmung in der Schweiz, um Zeit und um Thom Hartmann.


Passt als Einstiegsbild nur bedingt, aber egal: nicht immer laufen die Wege parallel


Morgen ist es soweit. Der Tag ist gekommen, den so viele mit spöttischem Grinsen und ironischen Sprüchen erwartet haben. Andere blickten ihm mit zurückhaltendem Respekt entgegen, anderen war es scheissegal. Manche sehnen ihn mit missionarischer Begeisterung herbei, einige mit mutlosem Zweckoptimismus à la "Ich habe ja Ja gestimmt, aber angenommen wird die Initiative eh nicht."
Vermutlich stimmt das. Vermutlich sind 'wir' nicht bereit. Doch was soll das genau heissen? Welches 'Wir' ist nicht bereit? Die Akteure des Wirtschaftssystems? Die verkorksten Bünzlis aus dem Appenzell? So genau lässt sich das wohl nicht sagen. 

Fakt aber ist wohl, dass diejenigen, die GEGEN die Initiative argumentieren, mit Sicherheit NICHT bereit sind für deren Umsetzung. Und wenn diese Menschen in der Mehrzahl sind, wird die Initiative halt folglich einfach erwartungsgemäss abgelehnt, und dann wird das zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch gut sein so. Dann wird es vermutlich weitergehen wie bislang und die sogenannten Veränderungen in diversen Systemen mit PR-tauglichem Optimierungsanspruch werden in kleinen, überschaubaren Rahmen stattfinden. Wahre Reform lässt dann wie gehabt auf sich warten oder, wahrscheinlicher, schafft sich demnächst selber ab. Das Interesse an wahrer Reform verliert sich immer mehr. In einer Zeit, wo wir eigentlich Erneuerer, Erfinder und Revolutionäre bräuchten, werden unsere sozialen Systeme immer intoleranter und härter in Bezug auf Unterschiede und Variationen. 
Im Hinblick auf diese Tatsache sehe ich tatsächlich wenig Sinn darin, den Leuten, die das nicht begreifen, Geld vor die Füsse zu werfen. Solange der Anspruch, das Bildungssystem zu ändern, noch nicht vorhanden ist, bringt diese gut gemeinte Einkommensreform meiner Meinung nach tatsächlich wenig - aber nicht nichts.

Der Notausgang: Weg versperrt. Aber in Sichtweite.

Das sehen selbst die meisten Befürworter so: die Zeit sei noch nicht reif. Allerdings frage ich mich dann doch auch wie angetönt bei genauerer Überlegung: why eigentlich not? Warum nicht mal bei C anfangen statt bei A? Okay, das Schulsystem hinkt meilenweit hinter den revolutionären Ansprüchen hinterher, die Politik natürlich auch, aber warum nicht mal einfach ein paar dieser dringenden Verbesserungsansätze überspringen? Üblicherweise beginnt man beim Züchten einer Pflanze damit, Samen in die Erde zu setzen. So stellt man sich das auch mit grossen verändernden Massnahmen im Sozialsystem vor. Aber könnte man die aktuelle Initiative nicht auch so sehen, dass man wenigstens hoffnungsvoll versucht, Erde zu giessen, auch wenn noch nichts aus den Samen an die Oberfläche gedrungen ist? Manchmal wachsen kleine Pflänzchen aus dem Boden, von denen man kaum versteht, woher sie kommen. Wer kennt das nicht: man pflanzt einen Zitronenbaum und plötzlich wächst da daneben fröhlich eine Blume vor sich hin, die man noch nie zuvor gesehen hat. 

Vielleicht kann das bedingungslose Grundeinkommen zum jetzigen Zeitpunkt kein Umdenken erzeugen, aber in ein paar Jahren. Die Umstände verändern um die Gedanken zu verändern, learning by doing quasi. Viele Kritiker argumentieren damit, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen per se einfach nicht finanzierbar sei. Und das stimmt auch in ihrem Weltbild, weil ihre Argumente sich auf Institutionen wie Rente, Krankenkassen etc. stützen. Solange unsere Gesellschaft weiterhin nach diesen fragwürdigen Systemen reguliert wird und keine höheren Ideale vorliegen, scheint es unumgänglich, dass finanzielle Lücken entstehen und die Geldverteilung nicht wirklich aufgeht. Und da ich persönlich wenig Hoffnung habe, dass diese eingefleischten Pseudo-Rationalisten jemals ihre Vorstellungen aufgeben werden, hege ich auch wenig Hoffnung in Bezug auf die Durchsetzung der BG-Initiative. 

"Der Zucker kommt nicht einfach so geflogen, ich gehe jetzt arbeiten, Henri."

Kulturen - da stimme ich Hartmann voll und ganz zu - denen es an der Fähigkeit und am Willen mangelt, grosse Veränderungen vorzunehmen, werden Ärger bekommen. Innerer Zerfall steht bevor, aber den Akteuren der Anti-Reform ist das egal, weil ihnen anscheinend nur der Zeitraum wichtig ist, in dem sie als Menschen auf dem Planeten Erde zugegen sind. Die Bequemlichkeit vermag in diesen Fällen ein Menschenleben auszufüllen. 

Spiritualität zählt heute nicht mehr in unserer Gesellschaft, was ich als immenses Problem sehe. Niemand sollte dazu angehalten werden, sich spirituell zu verhalten, wenn er sich nicht dazu berufen fühlt - aber das kontinuierliche Ausmerzen durch Belächeln und Ignorieren der wichtigen Gabe der Intuition spiritueller Menschen zeigt im Grunde einfach nur auf, wie wenig unsere Zeit für Individualismus übrig hat. Und dass Individualismus wichtig für das Überleben einer Gesellschaft ist, das hat sich in der Geschichte mehr als genug gezeigt. Ob Benjamin Franklin oder Thomas Edison - sie alle waren sogenannte Querdenker, die Fortschritte bewirkt haben, die mit der monotonen Ideenverwaltung anderer Stromschwimmer nicht stattgefunden hätte. 

Wenn eine so grossartige Initiative wie die des bedingungslosen Grundeinkommens nicht durchkommt, dann ist das für mich lediglich ein weiterer Beweis dafür, dass es sich lohnt, nicht immer mich selber zu hinterfragen, sondern die andern. Insofern wäre ich vielleicht sogar ein bisschen dankbar, wenn die Mehrheit Nein stimmte. 

Des einen Freud, des andern Leid: alle Menschen sind Helden, der eine im Zelt, der andre in der Villa, der andre auf der Welt.






Dienstag, 10. Mai 2016

Wir sind FANTASY

In diesem Beitrag geht es um Harry Potter, Fantasielosigkeit und meinen neuen Job bei telebasel.

Es gibt Menschen, die mögen Kuchen, also backen sie. Es gibt anscheinend auch Menschen, die mögen Sailormoon, deshalb verkleiden sie sich als ebenjene und marschieren damit ungeniert durch die Innenstadt - zumindest wenn in Basel die Fantasymesse am Start ist. Gerade dachte ich noch, muba sei das verrückte Ding (siehe unten) und nun wurde ich offenen Augen und noch offeneren Ohren sei Dank eines Besseren belehrt.

Wer tut sich sowas freiwillig an, frage ich mich. Wir von telebasel auf jeden Fall, schrille Menschen mit nicht wirklich nachvollziehbaren Faibles sind immerhin hier im Glam-Magazin genau das Richtige für gelungenes Sendematerial. Oh ja: ich habe jetzt einen Job. Einen Fulltime-Job. Für einen freiheitliebenden, sich selbst in allen möglichen Zusammenhängen gerne als anpassungshatende Kunstpraktizierende bezeichnende Persönlichkeit eine gewagte Angelegenheit? Mag sein. Aber solche Gelegenheiten bieten sich nicht alle Tage, Events besuchen, an die ich sonst nicht gehen würde, von denen ich ansonsten nicht einmal wüsste.

Ja, es geht hier auch um Werbung. Die Fantasymesse ist zwar vorbei, die tolle Sendung Glam aber noch lange nicht. In diesem Sinne: Wingardium Leviosa, und GUCKT EUCH DEN HEISSEN SHIZZLE AN GEFÄLLIGST!

https://telebasel.ch/telebasel-glam/?aid=4063&pid=65571&channel=15881


Montag, 18. April 2016

Kläffer und Diktatoren // Alltag

In diesem Beitrag geht es darum, dass Hunde politisch unkorrekt sind.


Seit ich denken kann, hege ich eine tiefe innere Aversion gegen Hunde. Ich bin mit einer Katze aufgewachsen, das mag mich geprägt haben, aber es ist gewiss nicht nur das. Zumal unser erster Kater alles andere als ein Schmusetiger war, das war ein ziemlich rabiater Psycho gar, der mich diverse Male von hinten angegriffen hat und schliesslich irgendwann die Nase voll hatte von uns offenbar und einfach weggegangen ist.
Hunde sind da anders. Die entscheiden nicht selber, wann sie irgendwohin gehen und mit wem. Das ist absolut klar geregelt: wenn sie gehen, dann mit Besitzer, und der Zweibeiner gibt auch den Weg vor. Mehr als in einem Radius von knapp zehn Metern (bestenfalls, im Wald vielleicht) ein bisschen idiotisch rumhüpfen, um an andrer Hunde Hintern zu schnuppern und an Bäume zu pissen, liegt nicht drin.

Hunde stinken, sind laut und sehen bescheuert aus, wenn sie Hunger haben, was ständig der Fall ist, weshalb sie auch ständig bescheuert aussehen. Ich verstehe nicht, woher das Bedürfnis kommt, einen Hund zu besitzen. Ich sehe da eigentlich nur den Drang dahinter, sich diktatorisch gegenüber einem andern Wesen benehmen zu können. Ohne Herumkommandieren läuft bei Hunden schliesslich nix. Und das nennen dann manche allen Ernstes auch noch ein freundschaftliches Verhältnis, der Hund sei der FREUND des Menschen, uff, na da möchte ich aber wahrlich nicht mit jenem Menschen befreundet sein, der dieser Ansicht ist, von Augenhöhenausgleich kann da schliesslich keine Rede sein. Wobei: heute war ich bei LIDL zum Einkaufen, und was sah ich da? Jemand hatte da doch allen Ernstes seinen kläffenden was-auch-immer-Köter auf die Blumenerde draufgestellt. Da kam der sich wie der King vor, das hat man gemerkt, man hat richtig gemerkt, wie da der Frust von monatelanger Unterdrückung und Herumwuseln auf menschlicher Fussknöchelhöhe aus seinem Bellen herausgeklungen hat, die Machtstrukturen unseres Dasein sind ihm in Fleisch und Blut übergegangen und das waren seine zehn Minuten des Protests über die Ungerechtigkeit des Hierarchiesystems, ehe er von irgendeiner älteren Rekrutenlady wieder auf den Boden der Tatsachen und zurück in seine Sklavenrolle verfrachtet wurde.




Ich finde: wenn schon Hund, dann sollte man als Mensch wenigstens so taff sein, den einfach machen zu lassen. Nicht in die Hundeschule schicken. Nicht an die Leine nehmen. Nicht herumkommandieren. Einfach machen lassen. DAS wäre echte Freundschaft. Hunde mögen seltsam sein, aber Hundebesitzer, die sich wie klassische Hundebesitzer benehmen, sind noch viel seltsamer. Ich rate grundsätzlich allen Leuten mit Hund zu einer Schematherapie, bei der einmal die ganzen Kindheitsängste aufgerollt werden können. So sehr ich Hunde auch hasse: fair ist es dennoch nicht, den ganzen unverarbeiteten Seelenhumbug an ihnen auszulassen. 

Ich finde: es kann so nicht weitergehen. Es kann nicht mit erhobenem Finger auf die Politik gezeigt und verlangt werden, dass irgendein hohes Ross dafür sorgt, dass soziale Verbesserungen durchgesetzt werden. Man kann nicht für Menschenrechte und Gerechtigkeit plädieren und parallel dazu einen untertänigen Vierbeiner durch die Gegend ziehen, über den man absolute Befehlsmacht ausübt. Das ist dasselbe inkonsequente Verhalten wie WWF-Vorsitzende, die mit dem Porsche vorfahren. Man muss sich schon entscheiden, was man für ein Mensch ist. Wenn sozial, dann Hund weg. Simpler fact. 

Der Sommer ist ja nicht mehr allzu weit weg, bis dahin kann man sich ja mal überlegen, wie man die eigenen Köter auf einigermassen humane Weise loswerden könnte, anstatt dass man sie ansonsten dann einfach einfallslos auf der Autobahnraststätte aussetzt. Aber es ist eigentlich klar: wenn wir in einem sozialen Staat leben wollen, müssen die Hunde raus. Alle. Deswegen werde ich morgen dahingehend eine Petition starten. Be social, be dogfree. Es geht so nicht weiter. 






Mir ist klar, dass die Darstellung dieser hingekritzelten Zeichnungen eine Zumutung ist. Das liegt daran dass ich 1) keine Ahnung von effizientem Webdesign habe, 2) noch mit alten Zeichnungen arbeite, statt unentwegt neue anzufertigen 3) ich ein sehr umständliches Upload-Verfahren verwende, da die Kommunikation zwischen Smartphone und Laptop nicht reibungslos funktioniert.

Ich hoffe dies wird sich in Bälde ändern, ich gelobe mich da grafisch zu verbessern. 


Sonntag, 17. April 2016

Reis, ein saughaftes Korn // Alltag

In diesem Beitrag geht es um Pannen, Pleiten und Leute, die ihre Sneakers von vor 5 Jahren noch immer cool finden.



In meinem Schuh befindet sich, wie man sieht, Reis. Warum? Weil mir gestern mein Smartphone in die Toilette gefallen ist. Jawohl. Mitten hinein in den Spülvorgang. Ich habe es herausgerissen, wie das eine liebende Mutter nun einmal tut mit ihrem Kind, und Achtung, aufgepasst, jetzt kommt der meiner langjährigen Tätigkeit als Hausfrau geschuldete Tipp: durchnässte Smartphones immer in Reis einbetten! Ich bin überzeugt, dass das die meisten die das jetzt lesen schon länger wussten, weil sie schon oft besoffen an Gewässern herumgeturnt sind, ich aber weiss es erst seit gestern, nachdem ich auf dem Rechner gegoogelt habe, was man bei dieser Katastrophe unternehmen kann. Natürlich passieren solche Dinge immer dann, wenn man dringend irgendwo hinmuss.
Und da ich schon lang nicht mehr zu den Leuten gehöre, die ohne Smartphone aus dem Haus gehen können, wurde mein Baby in eine Wiege aus Reis und vergammeltem Fussschweiss eingelegt und vor meiner liebenden Brust herumgetragen durch die Stadt. Auch das war wieder mal ein schönes Erlebnis, ähnlich wie das Blumenpflücken (siehe irgendwo unten), etwas, das man sonst eigentlich nicht tut.
Ich finde Reis das ekligste Nahrungsmittel der Welt, aber für Fälle wie diesen steht immer ein Beutel im Medizinschrank bereit! Empfehle ich euch wärmstens!

Fussfetischisten sind scheisse. Aber jeder 2. Mann ist einer, also muss man da aufpassen.








Dies ist der Blog von Laura Wohnlich. Sie schreibt, macht aber auch andere Dinge. Auf diesem Blog geht es um Kunst, Literatur, Poesie, Politik und ganz gerne auch mal einfach nur darum, die Seele baumeln zu lassen. Auf diesem Blog geht es darum, "den Helden in sich zum Vorschein zu bringen". Man kann noch lange darauf warten, dass Hero auf irgendwas angeritten kommt und einem das Leben zurechtrückt. Sei dein eigener Held und reiss dem Deppen der glaubt, er wisse es besser als du, die Zügel aus der Hand!