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Samstag, 4. Juni 2016

Bedingungslos existenzberechtigt

In diesem Beitrag geht es um die morgige Volksabstimmung in der Schweiz, um Zeit und um Thom Hartmann.


Passt als Einstiegsbild nur bedingt, aber egal: nicht immer laufen die Wege parallel


Morgen ist es soweit. Der Tag ist gekommen, den so viele mit spöttischem Grinsen und ironischen Sprüchen erwartet haben. Andere blickten ihm mit zurückhaltendem Respekt entgegen, anderen war es scheissegal. Manche sehnen ihn mit missionarischer Begeisterung herbei, einige mit mutlosem Zweckoptimismus à la "Ich habe ja Ja gestimmt, aber angenommen wird die Initiative eh nicht."
Vermutlich stimmt das. Vermutlich sind 'wir' nicht bereit. Doch was soll das genau heissen? Welches 'Wir' ist nicht bereit? Die Akteure des Wirtschaftssystems? Die verkorksten Bünzlis aus dem Appenzell? So genau lässt sich das wohl nicht sagen. 

Fakt aber ist wohl, dass diejenigen, die GEGEN die Initiative argumentieren, mit Sicherheit NICHT bereit sind für deren Umsetzung. Und wenn diese Menschen in der Mehrzahl sind, wird die Initiative halt folglich einfach erwartungsgemäss abgelehnt, und dann wird das zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch gut sein so. Dann wird es vermutlich weitergehen wie bislang und die sogenannten Veränderungen in diversen Systemen mit PR-tauglichem Optimierungsanspruch werden in kleinen, überschaubaren Rahmen stattfinden. Wahre Reform lässt dann wie gehabt auf sich warten oder, wahrscheinlicher, schafft sich demnächst selber ab. Das Interesse an wahrer Reform verliert sich immer mehr. In einer Zeit, wo wir eigentlich Erneuerer, Erfinder und Revolutionäre bräuchten, werden unsere sozialen Systeme immer intoleranter und härter in Bezug auf Unterschiede und Variationen. 
Im Hinblick auf diese Tatsache sehe ich tatsächlich wenig Sinn darin, den Leuten, die das nicht begreifen, Geld vor die Füsse zu werfen. Solange der Anspruch, das Bildungssystem zu ändern, noch nicht vorhanden ist, bringt diese gut gemeinte Einkommensreform meiner Meinung nach tatsächlich wenig - aber nicht nichts.

Der Notausgang: Weg versperrt. Aber in Sichtweite.

Das sehen selbst die meisten Befürworter so: die Zeit sei noch nicht reif. Allerdings frage ich mich dann doch auch wie angetönt bei genauerer Überlegung: why eigentlich not? Warum nicht mal bei C anfangen statt bei A? Okay, das Schulsystem hinkt meilenweit hinter den revolutionären Ansprüchen hinterher, die Politik natürlich auch, aber warum nicht mal einfach ein paar dieser dringenden Verbesserungsansätze überspringen? Üblicherweise beginnt man beim Züchten einer Pflanze damit, Samen in die Erde zu setzen. So stellt man sich das auch mit grossen verändernden Massnahmen im Sozialsystem vor. Aber könnte man die aktuelle Initiative nicht auch so sehen, dass man wenigstens hoffnungsvoll versucht, Erde zu giessen, auch wenn noch nichts aus den Samen an die Oberfläche gedrungen ist? Manchmal wachsen kleine Pflänzchen aus dem Boden, von denen man kaum versteht, woher sie kommen. Wer kennt das nicht: man pflanzt einen Zitronenbaum und plötzlich wächst da daneben fröhlich eine Blume vor sich hin, die man noch nie zuvor gesehen hat. 

Vielleicht kann das bedingungslose Grundeinkommen zum jetzigen Zeitpunkt kein Umdenken erzeugen, aber in ein paar Jahren. Die Umstände verändern um die Gedanken zu verändern, learning by doing quasi. Viele Kritiker argumentieren damit, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen per se einfach nicht finanzierbar sei. Und das stimmt auch in ihrem Weltbild, weil ihre Argumente sich auf Institutionen wie Rente, Krankenkassen etc. stützen. Solange unsere Gesellschaft weiterhin nach diesen fragwürdigen Systemen reguliert wird und keine höheren Ideale vorliegen, scheint es unumgänglich, dass finanzielle Lücken entstehen und die Geldverteilung nicht wirklich aufgeht. Und da ich persönlich wenig Hoffnung habe, dass diese eingefleischten Pseudo-Rationalisten jemals ihre Vorstellungen aufgeben werden, hege ich auch wenig Hoffnung in Bezug auf die Durchsetzung der BG-Initiative. 

"Der Zucker kommt nicht einfach so geflogen, ich gehe jetzt arbeiten, Henri."

Kulturen - da stimme ich Hartmann voll und ganz zu - denen es an der Fähigkeit und am Willen mangelt, grosse Veränderungen vorzunehmen, werden Ärger bekommen. Innerer Zerfall steht bevor, aber den Akteuren der Anti-Reform ist das egal, weil ihnen anscheinend nur der Zeitraum wichtig ist, in dem sie als Menschen auf dem Planeten Erde zugegen sind. Die Bequemlichkeit vermag in diesen Fällen ein Menschenleben auszufüllen. 

Spiritualität zählt heute nicht mehr in unserer Gesellschaft, was ich als immenses Problem sehe. Niemand sollte dazu angehalten werden, sich spirituell zu verhalten, wenn er sich nicht dazu berufen fühlt - aber das kontinuierliche Ausmerzen durch Belächeln und Ignorieren der wichtigen Gabe der Intuition spiritueller Menschen zeigt im Grunde einfach nur auf, wie wenig unsere Zeit für Individualismus übrig hat. Und dass Individualismus wichtig für das Überleben einer Gesellschaft ist, das hat sich in der Geschichte mehr als genug gezeigt. Ob Benjamin Franklin oder Thomas Edison - sie alle waren sogenannte Querdenker, die Fortschritte bewirkt haben, die mit der monotonen Ideenverwaltung anderer Stromschwimmer nicht stattgefunden hätte. 

Wenn eine so grossartige Initiative wie die des bedingungslosen Grundeinkommens nicht durchkommt, dann ist das für mich lediglich ein weiterer Beweis dafür, dass es sich lohnt, nicht immer mich selber zu hinterfragen, sondern die andern. Insofern wäre ich vielleicht sogar ein bisschen dankbar, wenn die Mehrheit Nein stimmte. 

Des einen Freud, des andern Leid: alle Menschen sind Helden, der eine im Zelt, der andre in der Villa, der andre auf der Welt.






Mittwoch, 27. April 2016

9 Tipps gegen Petrus // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es um den neuen Frühling alias Winter und wie man damit klarkommen könnte




Man muss es ja nicht nochmal extra betonen, dieses ganze kollektive "huch, es hat geschneit und zwei Sekunden später schien die Sonne" - Geraunze badet längst schon in einem popeligen Smalltalk-Ambitionenbad, das Überdruss auslöst, aber in diesem Post soll es auch lediglich darum gehen, was man gegen den Frust unternehmen könnte, ausgelöst durch die Tatsache, dass man im Wintermantel einkaufen gehen muss und dennoch bereits nach MEHR lechzende Schmetterlingshormone im Bauch hat, entstanden in den paar 20-Grad-Tagen, die Petrus verheissungsvoll Anfang April auf die Erde gestreut hat.

Wenn das DRAUSSEN mal wieder richtig kacke zu versprechen scheint, hat sich bei mir folgendes bewährt:

WENN ES UNTER 10 GRAD IST

1) Dick einpacken, mit Mütze und Handschuhe und allem, dazu aber offene Schuhe tragen. Füsse frieren nicht, nie, auch wenn das manch landläufige Meinung sein mag. Der Effekt: man fühlt sich wie ein unverblümtes Blumenkind, das der Kälte trotzen kann.

2) Auch wenn es so tut, als würde es jetzt wirklich Frühling: bloss nicht reinlegen lassen. Das ist wieder nur eine Masche, auch wenn die Sonne durchs Wolkenbett blinzelt: nein, es ist noch nicht so weit! Jetzt nur nicht wieder falsche Hoffnungen machen lassen, sondern schnell zu ALDI, Fertig-Käsefondue kaufen, DJ Özi auflegen und mit Freunden auf ein Schaffell sitzen und den Winter zelebrieren!

3) Wenn man einen Balkon hat und es 10-15 Grad ist: Montcler-Jacke anziehen, Cateye-Sonnenbrille aufsetzen, Dom Pérignon in einen mit Eiswürfeln ausgestatteten Putzeimer stellen und dann auf dem Balkon Platz nehmen, idealerweise in einer Art Strohkorb mit Satinkissen. Abwarten, was passiert. Wenn gar nichts passiert: vorbeigehenden Menschen vage zuprosten und dazu weisses Konfetti, das Schneeflocken symbolisieren soll, runterwerfen.



WENN MAN NICHT WEISS, WAS ES IST, AUSSER EKLIG

4) Sich der Gruppe Naturbahnrodeln muss olympisch werden auf Facebook anschliessen und sich dort alle Videos, in denen Schnee vorkommt, reinziehen, und sich fragen, ob Rodeln nun eigentlich dasselbe sei wie Schlittenfahren.

5) Sich online in Kreise begeben, mit denen man sonst nie zu tun hatte, und dann soviel Zeit in denen verbringen, dass man vergisst, dass es so etwas wie Wetter überhaupt gibt. Die Identität des neuen Kreises ist zweitrangig, es sollte einfach möglichst absorbierend wirken.

6) Das Netflix-Konto des besten Freundes/ der besten Freundin hacken und sich ansehen, was jene Person sich so ansieht. Anschliessend ein kurzes Video mit dem eigenen Smartphone von sich selber drehen, das als Anekdote/Anspielung auf den analysierten Geschmacksquerschnitt des Freundes/der Freundin gemeint ist und schauen, ob er/sie den Wink versteht.

WENN ES ZWISCHEN 10 UND 15 GRAD IST

7) Okay, nun kann man sich auf die Strasse wagen, ohne Gefahr zu laufen, zu Eis zu erstarren (sorry, das war der langweiligste Spruch überhaupt, aber mir fiel gerade wirklich kein besserer ein). Jedenfalls: rausgehen also, sich das erste Eis der Saison kaufen und auf einem öffentlichen Platz essen und darüber freuen, dass man von den Menschen bewundernd angesehen wird.

8) Ein Basketballturnier im eigenen Quartier veranstalten und Nachbarn, die man nicht kennt,  selbstgeschriebene Einladungs-Flyer in die Briefkästen werfen. Fruchtschorle mit Wodka bereitstellen fürs Gewinnerteam. Überrascht sein, wer alles kommt. Wenn keiner kommt: Schorle allein trinken und statt Körbe werfen eine Prell-Performance einstudieren im West Side Story Stil.

9) Sich verlieben. Weil jetzt einfach der ideale Zeitpunkt dafür ist. In wen, spielt keine grosse Rolle, Hauptsache, man fühlt sich gut dabei. Jedem seiner Freunde und den Eltern davon erzählen, um das Gefühl zu stärken.

Montag, 25. April 2016

muba // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es um Pfannen, Degustationen und die altbekannte Frage: wozu das Ganze eigentlich? 



Gestern war hier mal wieder der letzte Tag der Basler Mustermesse, kurz genannt muba, und wie immer habe ich mir dieses erbauliche Ereignis in letzter Stunde noch gegönnt, wenn der Eintritt gratis und unter den Standbetreibern bereits der Aufbruchstress ausgebrochen ist.



Seit 1917 gibt es sie und heute stellt sie nebst irgendeiner Bratwurstmesse tatsächlich die zweitgrösste Publikationsmesse der Schweiz dar. Im Gegensatz allerdings beispielsweise zur Basel World (Uhren! Schmuck! Asiaten in Dsquared-Anzügen!) und der Art Basel (Gemälde! Nackte Menschen auf dem Barfüsserplatz! Leonardo Di Caprio!) fällt sie, die Mustermesse, relativ wenig ins, ich sag jetzt mal, kulturelle Gewicht dieser schönen City am Rheinknie.
Hier tummeln sich grossteils nicht von weit angereiste Karrierehelden oder aufstrebende Performance-Künstler mit ihrer hyperventilierenden Entourage, sondern in erster Linie (soweit meine sozialanalytische Eigenstudie, gell. Ich habe das nicht genauestens wissenschaftlich nachgeprüft) halbwegs seriös funktionierende forty-somethings aus Agglomerationsgebieten und schwitzende Teenager bis Jugendliche, die sich an den Degustationsständen ergötzen wollen.



Die muba lebt von ihrer Vielseitigkeit, die einem unerfahrenen Besucher grundsätzlich wie nichts anderes als das pure Chaos vorkommen muss. Scheinbar ohne System über drei Etagen verteilt Millionen von Ständen mit den verschiedensten Produkten aus dem schönen Themengebiet Detailhandel. Dazwischen Bühnen mit tanzenden Menschen, ein Polizeiauto und ein Typ auf einem E-Bike. Es geht hier aber auch gar nicht um Überblick, weil Sinn und Zweck und das Schöne an der Sache ja ist, dass man hier einfach herumflanieren kann und bei jedem Schritt mit etwas Neuem überrascht wird.
Es gibt an der muba sozusagen nichts, was es nicht irgendwie gibt, und doch scheint es irgendwie nix zu geben, das man wirklich braucht. Okay, die Pfanne, mit der man angeblich Fleisch ohne Fett und Gemüse ohne Wasser kochen kann, sah ganz interessant aus. Allerdings konnte ich dem verzweifelt-umschmeichelnden Grinsen des Verkäufers sogleich entnehmen, dass der Preis wohl im dreistelligen Betrag gelegen hätte.



Zudem können diese ganzen Standbesitzer meist wenig mit Humor anfangen: als ich einen ambitionierten Reinigungsmittelvertreter zB. fragte, ob sein Mittel, das er an einem rechteckigen Badezimmerspiegel demonstrierte, auch auf runden Spiegeln anwendbar seie, wurde er nicht wütend, wurde nicht lustig, sondern erwiderte lediglich in erschreckendem Ernst: "Ja, ist es." Wie ernüchternd.

Nichtsdestotrotz: ich mag muba. Man fühlt sich ein bisschen wie auf einem riesigen Bazar oder noch treffender: an einem riesigen, unübersichtlichen Familientreffen. Ein bisschen reden, sich ein bisschen die Kante geben, heuchlerische Komplimente machen und irgendwelchen Leuten beteuern, dass man sich bald wiedersieht und im Hinterkopf dazu denken: hoffentlich nicht so bald. Die muba sorgt für weniger Furore und Polizeieinsätze als die Art Basel, weil sich durch sie niemand aufgerufen fühlt, hier vollkommen nackt vor dem Eingangsbereich zu stehen, um für Frauenrechte zu kämpfen. Die muba hat die Stadt weniger Aufwand gekostet als die Basel World, weil Herzog und de Meuron keinen Neuanbau designen mussten, dessen Dasein nun extrem viel Schatten spendet, gut aussieht (und 430 Millionen Franken kostete, jaja).

Die muba ist und bleibt für mich die volksnaheste und freundlichste aller Messen. Nichtsdestotrotz würde ich mich freuen, im nächsten Jahr an die Schmuckmesse eingeladen zu werden, alleine schon um der Erfüllung einer meiner Herzenswünsche willen (siehe unterer Post).

Alltagshelden habe ich gestern übrigens auch gesehen, zB. die Wurstverkäuferin. Die hat ihre Kunden wirklich ernst genommen und sie auf nicht-eingefordertes Wechselgeld aufmerksam gemacht. Thumbs up.

PS: Das Copyright aller hier gezeigten Bilder unterliegt der offiziellen muba-Homepage. Darum sehen die auch so aus, wie sie aussehen. Qualitativ gut, inhaltlich nichtssagend. 



Donnerstag, 21. April 2016

GELD, GELD, WELT // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es um die neue 50er-Note in der Schweiz #Schwiizerfrankebitches

Die Schweiz hat nun also seit ich weiss nicht wann ihre neue 50er-Note am Start. Da ich Deutschland ja liebe (#nohitler) finde ich es cool, dass sie aussieht wie ein Euroschein. Bin ich die einzige, der das frappant ins Auge sticht? Grösse, Layout, überhaupt. Soviel zu "wir machen einen auf unabhängig", jaja. Aber nett gewählt sind die Farben allemal. Ich finde es gut, dass wir wegkommen von fragwürdigen Promis, die nach Heilsarmee-Pseudo-Feministinnen aussehen (Ex-50er-Note) und dem Magersucht-verherrlichenden Giacometti (100!).


Löwenzahn mag bei vielen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, aber auf der Note sieht er schick aus, muss man sagen. Und auf der Rückseite dann dieser lässige Fallschirmspringer. Schellenurlsi, der aufgehört hat, hinter den Ziegen her zu sein und seine neue Leidenschaft in der Extremsportart gefunden hat? Wie dem auch sei - Kritik wird natürlich ebenfalls geäussert, u.a. von dem tollen Blättchen BLICK.

"Schriftzüge lassen sich abkratzen
Zudem berichtet der «Blick» in der Montagsausgabe, dass sich die Schriftzüge «Cinquante Francs» sowie «Cinquanta Franchi» auf dem rund 1,5 Zentimeter breiten Plastikband leicht abkratzen lassen. Dasselbe gelte für die Pfeile, die den auf der anderen Seite der Note aufgedruckten Globus zieren. Auch 20 Minuten hat den Test gemacht: Mit Zuhilfenahme von Speichel lösen sich die Aufdrucke tatsächlich leicht ab."
Ja, da muss man sich doch fragen, woher diese beiden hochgradig renommierten Zeitschriften der Schweiz diese brandneuen Studien haben. Irgendwelche Praktikanten losgeschickt, um Geld abzulecken? Nichts Besseres zu tun, als autistisch anmutende Kratzbewegungen auf Banknoten auszuführen? Scheint so. Also, Geld ist schlussendlich Geld, und gewiss nicht unkaputtbar. Ob man jetzt seine Exkremente draufpackt oder es in die Kanalisation spült oder es verbrennt oder versucht, Donald Trumps Frisur aus Schweizer Zehnernoten nachzubauen - Schaden anrichten ist bei Papier immer möglich. Ich finde: es sieht geil aus. Und darauf kommt es doch bei wertgenerierenden Massnahmen letzten Endes an, oder?
Bin gespannt was noch kommt, ihr lieben Kapitalisten mit offenbar guter Grafikabteilung! <3

NACHTRAG

Mittlerweile sind all meine 50er-Noten ausgegeben. Man kann halt nicht alles haben, entweder Geld oder Essen, und ich entschied mich am Ende halt für das selbstgebastelte Avocadosandwich im Bauch anstatt für die grüne Note an der Wand. Falls jemand zufällig ein paar 50er-Scheine übrig hat: ich nehme sie gerne (nur die neuen selbstverständlich). 
Ansonsten gilt es wohl mich wieder der Kleinkriminalität zuzuwenden.

Klassischer Banküberfall


Samstag, 16. April 2016

Langsam ist's gut jetzt. // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es - seufz - wieder um Jens Böhnermann.




Ich war ja am Anfang für meine Verhältnisse wirklich schnell sowohl berühmtes Feuer als auch berühmte Flamme. Und bin auch immer noch der Meinung, dass Satire Satire sei und Beleidigungen selbst dann auf die lockere Schulter genommen werden könnten (ja gar sollten), wenn sie nicht als Satire gemeint seien.
Nichtsdestotrotz scheint mir jedoch mittlerweile der Grossteil der Solidarisierung auf Social Media Plattformen mit Böhmi längst in eine planlose Mobbingattacke von Möchtegern-Mitdenkern gegen Erdogan abgedriftet zu sein.
Von sanft und sorgfältig kann bei der Herangehensweise an den Konflikt von keiner Seite aus gesprochen werden,  da reagieren offenbar sämtliche Gemüter nur noch über, als hätten sie nichts Besseres zu tun, sowohl die der Politiker als auch die der Juristen, Satiriker und erst recht die der Grossmäuler, die auf der Strasse selbst für profane Zivilcourage zu faul sind, aber online so tun, als hätten sie 10 Jahre lang Gesellschaftswissenschaften studiert.
Aber mein Überdruss alias Groll gilt nun eigentlich gar nicht den Beteiligten und Einmischern, sondern den sekundären und tertiären Medien. Ich finde, die dürfen sich jetzt einfach wieder andern spannenden Themen zuwenden, anderen Gesichtern, anderen Wörtern als Schmäh oder Causa. Es ist, finde ich, an der Zeit, dass mein Bekanntenkreis in der Schweiz sich endlich wieder eingestehen darf, dass vor dieser ausgeuferten Angelegenheit gar keiner wusste, wer Jan Böhmermann eigentlich ist.

Jan Böhmermann

Dieser Text ist ein Quickie.

Unfassbar! Da schreibt man gestern noch hier, dass man sich ein Psychostatement der Betroffenen wünscht,und was kommt? Heute auf FB Jan's Psychostatement in seiner typisch verkorksten Ausdrucksweise. Danke,meine Wünsche wurden erhört. Allah sei gepriesen!

Freitag, 15. April 2016

Böhmi @ Switzerland // Weltgeschehen

In diesem Beitrag geht es um Jurismus. 


...Man kann sich ja lang noch drüber aufregen, was da so passiert auf der Welt, jenseits der Grenze und überhaupt. Ich kann nur sagen: vor 3 Wochen wusste noch keiner meiner Schweizer Bekannten, wer Jan Böhmermann überhaupt ist.
Ich so: "Sanft und Sorgfältig!"
Schweizer Bekannter: "Hä?"
Ich: "Olli Schulz! Jan Böhmermann!"
SB: "Nee, sagt mir nix, sorry."
Ich: "Böhmi! Super Satiriker, zieh dir ihn mal rein!"
SB: "Ok."
2 Tage später
SB: "Ahh, klar, das ist der, der dieses Radvideo gemacht hat, davon hab ich mal gehört, gesehen hab ich's noch nicht, also nur das Video, aber der Text, und das war doch eigentlich Hafti, der da ursprünglich, oder, ist das nicht -"
Ich: "Mhm, ist schon gut, schon gut."
19 Tage später
SB: "Das geht doch einfach nicht, was dieser Erdogan dem Böhmermann da jetzt alles an den Kopf wirft!"
Um es kurz zu machen: aha, jetzt kennt jeder Jan Böhmermann hier, und das dank Erdogan. Ich weiss nicht, ob ich wenigstens das als guten Aspekt an der Sache verbuchen können sollte. Ich fand das eigentlich immer irgendwie ganz flauschig, hier der einzige Mensch zu sein, der beispielsweise von der Kombi Charlotte & Jani wusste oder ab und an im ZDF-Neo-Magazin rumstöberte.
Wie dem auch sei, was bringt es, der Vergangenheit hinterherzublicken, wie sie ohne Gruss davonzieht. Es gilt zumindest zuversichtlich vorwärts zu blicken im Leben (wenn im gegenwärtigen Augenblick ruhen schon zu schwer fällt). Jetzt kann ich immerhin mit meinen Freunden endlich doch noch über Jan Böhmermann sprechen, ohne dass lediglich im Standby-Modus gelächelt und heimlich gedacht wird: jaja, die Deutschen, d'Schwoobe, halten sich alle für sarkastisch und fun, da bleib ich doch lieber bei Müslüm. Dank Erdogan also ist Jan nun auch hier fame. Ups, ich wiederhole mich. Ich will nochmal betonen, dass dies mein allererster Blog ist und ich deshalb wohl ziemlich nervös bin (fast wie vor einem ersten Date - why?). Nachsicht ist wirklich kein Muss, wäre aber sehr, sehr lieb.

Wenn ich das Wort Schmähgedicht indes noch einmal höre, fange ich allmählich an zu mähen. Es ist wirklich kein tolles Wort, ich hab's jetzt langsam satt. Und die ganzen Konferenzen und get-togethers, die da parallel als juristische Happenings drum herum stattfinden, wirken irgendwie zumeist reichlich...kabaretös. Aber immerhin versteht sich Jan ja u.a. auch als Komiker, vermutlich mangels alternativer Berufsbezeichnungen und Vermeider von Ohrenkrebswörtern wie Allrounder, von daher ist das wohl nicht ganz verkehrt, dass da jetzt alles, was passiert, ebenfalls zumindest ansatzweise dahingehendes Potential birgt. Auch Erdogan kommt ihm da ja sehr entgegen, wer hätte das gedacht.
Es gibt sie noch, die unfreiwilligen Komiker.
Ich frage mich, wie es den Beteiligten grad so geht. Böhmi: schenkt er sich grad ein Glas Babycolada ein und reflektiert über die entscheidenden Wendepunkte seines Lebens? Und Erdogan? Sitzt er auf einem purpurnen Sessel und zieht sich ein paar alte Folgen von How I Met Angie rein, die Serie, in der er endlich den lang ersehnten Gastauftritt ergattern konnte? Who knows, who knows.
Falls irgendjemand Kontakt zu einem der Beteiligten hat: ich wäre sehr interessiert daran, zu erfahren, wie es um das derzeitige Seelenleben der Betroffenen steht. Natürlich ganz diskret, aber bitte seriöse Quellen, also, ich würde dann schon per Skype auch direkt mit E oder J kommunizieren wollen und da nicht so ein Dritte-Hand-Ding aufgetischt bekommen.
Natürlich würde ich diese Infos absolut für mich behalten, no sharing to social medias or not so social medias over here. Es wäre nur mal einfach auch sehr viel interessanter und humanistischer, ein Psychostatement zu vernehmen, als zum 10. Mal irgendwo zu lesen, dass in der "Affäre Böhmermann" jetzt wieder von irgendeinem ernsten Sprecher eine sogenannte Erklärung verkündet wurde, in der es darum ging, eine sogenannte Verkündigung zu erklären oder ähnliches.
Denkt dran, liebe Leute: wir sind alles Wellen, und keine Welle ist gleich schnell und gross und schön wie die andere, manche gelangen an den Strand, andere nicht, aber schlussendlich sind wir alle WASSER. Safe Water!

Salamaleikum an alle Helden dieser Welt! <3


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Dies ist der Blog von Laura Wohnlich. Sie schreibt, macht aber auch andere Dinge. Auf diesem Blog geht es um Kunst, Literatur, Poesie, Politik und ganz gerne auch mal einfach nur darum, die Seele baumeln zu lassen. Auf diesem Blog geht es darum, "den Helden in sich zum Vorschein zu bringen". Man kann noch lange darauf warten, dass Hero auf irgendwas angeritten kommt und einem das Leben zurechtrückt. Sei dein eigener Held und reiss dem Deppen der glaubt, er wisse es besser als du, die Zügel aus der Hand!